Bestenfalls Mittelmäßigkeit

Da nicht Autoren Entscheidungsträger für das In-Umlauf-Bringen Ihrer Stoffe sind  - man bedenke! - sondern die Literaturbürokratie, der Verwaltungsapparat, entsteht Mittelmäßigkeit. Kompromisse mit dieser Macht über das vernünftige Maß hinaus werden von Autoren eingegangen, um zu gefallen. Feigheit oder Unsicherheit treffen auf kaufmännisches Kalkül. Möglicherweise ist es besser, die Menschen lesen gar nichts, bevor sie sich die Produkte dieser Zusammenstellung verinnerlichen.

Wer nur einmal durch die Bibliothek eines Flohmarktlagers streifte, müßte begreifen, worum es geht: Galerien und Tonnen an Büchern von bescheidenem Inhalt in aufwendiger Herstellung; das Gefühl unfaßbaren Glücks beim Finden bereichernder Literatur.
Und wer nur einmal versucht hat, ein vermeintlich so wertvolles Buch weiterzuverkaufen, sollte sofort begreifen, worum es geht: Massenware oder Schrott verkaufen sich nicht gut, wie teuer sie auch immer waren. Wie ein billiger Gewandfetzen ist ein Buch schon durch seinen Verkauf preislich entwertet.

Man muß es deutlich aussprechen: Das ist nicht Literatur, das ist Zeitverschwendung, bestenfalls als Business zu bezeichnen. Es ist eine unsägliche Material- wie Energieverschwendung, getarnt vom unbrechbaren Argument, Bildung zu tragen. Daß diese Dinge notwendig sind, um auch Autoren mit weniger Zuspruch zu verlegen, ist falsch, wenn man bedenkt, daß es dabei um jährlich weniger als einen neuen Autor je Verlag geht. Sich davon abhängig zu machen, kann nicht richtig sein.

Der Begriff „erfolgreiche Autoren“ muß differenziert werden: Finanziell erfolgreich, oder künstlerisch? Wenn letzteres ein von ersterem unabhängig gesellschaftlich anerkanntes Kriterium ist, ist die Literatur einen Schritt weitergekommen.